Schloss Layen

Dem auf der rechten Rheinseite ansässigen Freiherrn von Dalberg gelang es, die Aufhebung der Beschlagnahme der französischen Revolutionsarmeen von Schloss Leyen zu erreichen. Am 11. September 1802 wird der Kaufvertrag mit Johann Peter Diel beurkundet

Die Geschichte der Burg Layen

Die Ruinen der Burg Layen stehen auf einem Felsenrücken im Trollbachtal am Unterlauf der Nahe, kurz vor ihrer Einmündung  in den Rhein. Die Anfänge liegen im Dunkel der Geschichte. In den ersten Urkunden wurde es Veste Laiga genannt, im dreizehnten Jahrhundert soll es erbaut worden sein. 

Danach ist der Besitz des Schlosses umstritten zwischen den Rheingrafen, die damals noch rechts des Rheins im Rheingau ihre Herrschaft ausübten, und den Herren von Bolanden, die aus dem Gebiet des Donnersbergs stammten und besonders in der Naheregion über große Besitzungen verfügten.

Nach l250 war das Schloss Layen fest in der Hand der Herren von Bolanden, von denen es etwa l00 Jahre später auf die Grafen von Sponheim-Tannenfels im Erbgang kam. l393 ging Schloss Layen als Erbteil auf die Grafen und späteren Fürsten von Nassau-Saarbrücken bzw. Nassau-Weilburg über, in deren Eigentum es bis zur Enteignung durch die Franzosen im Jahre l796 blieb.

 

Die adligen Eigentümer wohnten selbst nicht dort, sondern sie vergaben ihre „Veste“ im Trollbachtal als Lehen an Ritter und Adlige, die mit ihren Familien im Schloss Layen lebten und gleichzeitig im Auftrag der Eigentümer auch die Ortsherrschaft über Rümmelsheim ausübten.Dazu gehörte die Gerichtsbarkeit über die Einwohner und die Einziehung von Steuern und Abgaben.


Jede in ungeteilter Gemeinschaft lebende adlige Familie wurde als Ganerbschaft bezeichnet. Im Schloss Layen wohnten im Mittelalter mehrere solcher Ganerbschaften zusammen, von denen jede einen bestimmten Anteil, meistens ein Viertel, am Schloss und an der Herrschaft über Rümmelsheim besaß.
Die Anteileigner der einzelnen Familien, die Gemeiner, regelten das Zusammenleben unter sich in einer Vereinbarung, die als Burgfrieden bezeichnet wurde. Aus Urkunden und Berich-ten geht hervor, dass gelegentlich unbeteiligte Adlige, wie etwa Franz von Sickingen oder Wigand von Dienheim, Irrungen und Streitig-keiten zwischen den Gemeinern von Schloss Layen schlichten mussten.

Wie im Mittelalter allgemein üblich, waren auch Ritter aus der Burg Layen in Fehden und Kriege verwickelt. So schlossen im Jahre l450 drei Brüder von Layen Frieden mit dem Zister-zienser-Kloster Eberbach im Rheingau. Im Jahre l493 verpflichteten sich sieben im Schloss Layen wohnende Ritter, in den nächsten zwanzig Jahren nur in eigenen Angelegenheiten aus der Burg heraus eine Fehde zu führen.
Der gelegentlich erhobene Vorwurf, das Schloss Layen sei ein Raubritternest gewesen, ist nicht durch Nachweise belegt. Wie aus Verträgen um l400 zwischen den Gemeinern des Schlosses Layen und dem Erzbischof von Mainz her-vorgeht, war die Burg ein militärischer Stützpunkt, den der Erzbischof im Falle bewaff-neter Auseinandersetzungen durch seine Streitmacht belegen durfte.

 Im Jahre l499 kaufte Ulrich Ullner von Dieburg dreizehn Morgen Land in Rümmelsheim und Sarmsheim von Paul von Leyen und wurde damit Grundstückseigentümer in der Nachbarschaft des Schlosses Layen. Zwei Jahre später erhielt Ulrich von seinem Vetter Hartmann von Albig als freie Gabe unter Lebenden dessen Anteil am Schloss Layen samt Scheune und sonstigem Zubehör innerhalb des Burgfriedens. Dieser Anteil wurde dann vom Lehnsherrn des Schlosses, dem Grafen von Nassau-Saarbrücken, im Jahre l508 an Ulrich und seine Nachkommen als Erblehen verliehen. Damit waren die Ullner von Dieburg Gemeiner des Schlosses Leyen geworden.

Aus der Zeit nach l500 sind keine Nachrichten über einen abgeschlossenen Burgfrieden unter den Gemeinern des Schlosses Layen erhalten. Das könnte seine Ursache darin haben, dass von dieser Zeit ab keine der oben angegebenen Adelsfamilien mehr im Schloss selbst wohnte. Mit Sicherheit ist das für die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg (l6l8-l648) zu unterstellen, da das Schloss ziemlich ruiniert war, wie es in einem Bericht von l678 heißt.

 

Etwa hundert Jahre später, im Jahre l77l, berichtet der nassauische Amtmann Falck, das Schloss bestehe aus einer alten Burg  mit Mauern, Wachtürmen, Zwinger und Gräben. Das alte Mauerwerk  war noch vorhanden. Innerhalb der Ringmauer der Burg gab es drei voneinander getrennte Schlossgebäude,  von denen eines der Familie Ullner von Dieburg, das zweite der Familie von WeyhersLeyen in Mainz und das dritte der Familie von Fürstenwärther in Meisenheim gehörte.

Das Ullnerische Schlossgebäude befand sich auf der linken Seite der Eingangspforte und war dreistöckig, die beiden unteren Stockgebäude war außen in gutem, innen aber in schlechtem Zustand. Es wurde von Zinsleuten (Mietern) bewohnt. Daneben stand das Schlossgebäude der Familie von Fürsten-wärther und siehet aus, nach Falcks Bericht, dass es eine Schande ist. Es wurde von fünfundzwanzig Familien bewohnt, eher so "zusammen geloffenes Gesindel, das die um- liegenden Gemeinden plünderte. Der Rauch geht zu allen Löchern heraus, und sogar die Keller und Gewölbe sind bewohnet".

Das dritte, von Weyhers-Leyen gehörende Schlossgebäude war in ähnlichem Zustand wie das von Fürstenwärther. Der Schlossbrücke gegenüber befanden sich die drei getrennten Hofgebäude der Adelsfamilien, jedes mit eigenem Hofbereich. Das Hofgebäude der Familie Ullner von Dieburg umfasste zwei Scheunen, Stallungen und Wohnhaus, dessen unterster Stock aus solidem Mauerwerk bestand, der obere aus Holz. Der Hof war von einer Mauer umschlossen. Neben der Landesherrschaft über Rümmelsheim besaßen die Adelsfamilien auch Grundeigentum: Äcker, Weinberge, Wiesen und Waldungen in den Gemarkungen der Ortschaften um das Schloss Layen. Sie bewirtschafteten ihre Grundstücke nicht selbst, sondern verpachteten sie an Dorfbewohner für eine jährlich abzuliefernde Pacht in Geld oder Naturalien. In der Sprache der Zeit nannte man verpachten: auf Bestand geben. Jedes Jahr am Martinstag war die Pacht abliefern.



Nach der Übertragung eines weiteren Lehens von 84 Morgen (2l Hektar) in den Gemeinden Rümmelsheim, Sarmsheim und Genheim durch den Pfalzgrafen bei Rhein im Jahre l545 gehörte die Familie Ullner von Dieburg zu den größten Grundbesitzern  im Umkreis des Schlosses Layen. Ein Jahr später (l546) erhielt die Familie Ullner von Dieburg ein drittes Erblehen, dieses Mal von der Grafschaft Falkenstein, bestehend in Grundstücken in den Gemarkungen Rümmelsheim und Dorsheim (etwa l4 ha). Im Jahre l573 wurden die Ullner von Dieburg erstmals auch als Teilhaber an der  Ortsherrschaft von Rümmelsheim genannt, die die sie zu einem Viertel bis zum Tod des letzten Namensträgers im Jahre  l77l besaßen. 

Im Jahr 1770 kam Freiherr Wolfgang Heribert von Dalberg (l750-l806) durch die Heirat mit Elisabetha Augusta Freiin Ullner von Dieburg in den Besitz von Teilen des Schlosses Layen. In der Zeit zwischen 1792 bis  l796 eroberten die französischen Revolutionsarmeen das gesamte deutsche Gebiet auf der linken Rheinseite und gliederten es in das französische Staatsgebiet ein. In dieser Zeit verlor die Kirche und der Adel dort alle Herrschaftsrechte, das Eigentum wurde entschädigungslos requiriert. 

Dem auf der rechten Rheinseite in Mannheim ansässigen Freiherrn von Dalberg gelang es jedoch, die Aufhebung der Beschlagnahme von Schloss Layen zu erreichen. Dies hatte er offenbar den guten Beziehungen seines Bruders Karl Theodor von Dalberg zu verdanken, seinerzeit Erzbischof und Kurfürst zu Mainz, der bekanntermassen als Freund der Franzosen galt. Am 11. September 1802 wird der Kaufvertrag zwischen Freiherr Wolfgang Heribert von Dalberg und Johann Peter Diel in französischer Sprache durch den Notaire Public Potthoff in Kreuznach beurkundet. Seitdem befindet sich die Burg Layen in ununterbrocher Linie im Eigentum der Familie Diel, die im Jahr 2002 anlässlich des 200-jährigen Jubiläums ein fulminantes Fest feierte.

Dazu gehörte die Gerichtsbarkeit über die Einwohner und die Einziehung von Steuern und Abgaben.


Jede in ungeteilter Gemeinschaft lebende adlige Familie wurde als Ganerbschaft bezeichnet. Im Schloss Layen wohnten im Mittelalter mehrere solcher Ganerbschaften zusammen, von denen jede einen bestimmten Anteil, meistens ein Viertel, am Schloss und an der Herrschaft über Rümmelsheim besaß.


Die Anteileigner der einzelnen Familien, die Gemeiner, regelten das Zusammenleben unter sich in einer Vereinbarung, die als Burgfrieden bezeichnet wurde. Aus Urkunden und Berichten geht hervor, dass  gelegentlich unbeteiligte Adlige, wie etwa Franz von Sickingen oder Wigand von Dienheim, Irrungen und Streitigkeiten zwischen den Gemeinern von Schloss Layen schlichten mussten.

Wie im Mittelalter allgemein üblich, waren auch Ritter aus der Burg Layen in Fehden und Kriege verwickelt. So schlossen im Jahre l450 drei Brüder von Layen Frieden mit dem Zisterzienser-Kloster Eberbach im Rheingau. Im Jahre  l493 verpflichteten sich sieben im Schloss Layen wohnende Ritter,  in den nächsten zwanzig Jahren nur in eigenen Angelegenheiten aus der Burg heraus eine Fehde zu führen.


Der gelegentlich erhobene Vorwurf, das Schloss Layen sei ein Raubritternest gewesen,  ist nicht durch Nachweise belegt. Wie aus Verträgen um l400 zwischen den Gemeinern des Schlosses Layen und dem Erzbischof von Mainz hervorgeht, war die Burg ein militärischer Stützpunkt, den der Erzbischof im Falle bewaffneter Auseinandersetzungen durch seine Streitmacht belegen durfte.  

Gebäude war außen in gutem, innen aber in schlechtem Zustand. Es wurde von Zinsleuten (Mietern) bewohnt. Daneben stand das Schlossgebäude der Familie von Fürstenwärther und siehet aus, nach Falcks Bericht, dass es eine Schande ist. Es wurde von fünfundzwanzig Familien bewohnt, eher so „zusammen geloffenes Gesindel, das die um- liegenden Gemeinden plünderte. Der Rauch geht zu allen Löchern heraus, und sogar  die Keller und Gewölbe sind bewohnet.“

   
Das dritte, von Weyhers-Leyen gehörende Schlossgebäude war in ähnlichem Zustand wie das von Fürstenwärther. Der Schlossbrücke gegenüber befanden sich die drei   getrennten Hofgebäude der Adelsfamilien, jedes mit eigenem Hofbereich. Das Hofgebäude der Familie Ullner von Dieburg umfasste zwei Scheunen, Stallungen und Wohnhaus, dessen unterster Stock aus solidem Mauerwerk bestand, der obere aus Holz. Der Hof war von einer Mauer umschlossen. Neben der Landesherrschaft über Rümmelsheim besaßen die Adelsfamilien auch Grundeigentum: Äcker, Weinberge, Wiesen und Waldungen in den Gemarkungen der Ortschaften um das Schloss Layen. Sie bewirtschafteten ihre Grundstücke nicht selbst, sondern verpachteten sie an Dorfbewohner für eine jährlich abzuliefernde Pacht in Geld oder Naturalien. In der Sprache der Zeit nannte man verpachten: auf Bestand geben. Jedes Jahr am Martinstag war die Pacht abliefern.


Dem auf der rechten Rheinseite in Mannheim ansässigen Freiherrn von Dalberg gelang es jedoch, die Aufhebung der Beschlagnahme von Schloss Layen zu erreichen. Dies hatte er offenbar den guten Beziehungen seines Bruders Karl Theodor von Dalberg zu verdanken, seinerzeit Erzbischof und Kurfürst zu Mainz, der bekanntermassen  als Freund der Franzosen galt. Am 11. September 1802 wird der Kaufvertrag zwischen Freiherr Wolfgang Heribert von Dalberg und Johann Peter Diel in französischer Sprache durch den Notaire Public Potthoff in Kreuznach beurkundet. Seitdem befindet sich die Burg Layen in ununterbrocher Linie im Eigentum der Familie Diel, die im Jahr 2002 anlässlich des 200-jährigen Jubiläums ein fulminantes Fest feierte.

Wappen

Besuchern des Schlossgutes Diel fällt sofort das Doppelwappen ins Auge, das in der Mitte des Hauptgebäudes in einer Mauernische eingesetzt ist. Die als Relief herausgearbeiteten Schilde sind von einem Sandsteinrahmen eingefasst und mit gotischem Maßwerk verankert.

Die Geschichte des Schlosswappens

Das Ensemble steht für den seltenen Fall einer Wappenvereinigung, die immer dann zustande kam, wenn Eheleute  ihre Wappen nebeneinander stellten. Der Schild des Mannes musste immer heraldisch rechts stehen. Der rechte  zeigt in Silber ein goldenes gezinntes, dreitürmiges Kastell mit Tor und Fallgatter. Der linke Schild zeigt in Silber zwei goldene gekreuzte Stäbe, die am oberen Ende  jeweils mit einer Lilie verziert sind. Gekrönt wird diese Wappenplastik von einem gotischen Spitzgiebelchen als Blindverzierung, das in drei Felder unterteilt ist.


 

Der rechte Schild ist das Wappen des Geschlechtes der Ullner von Dieburg in Hessen. Das Wappen zeigt die 1169 erstmals genannte Wasserburg, im Bereich der heutigen Vorstadt von Dieburg gelegen. 1499 erwirbt Ulrich Ullner von Dieburg 13 Morgen Land in der Gemarkung der Burg Leyen.1501 schenkt Hartmann von Albig diesem Ulrich, seinem Vetter, seinen Anteil an der Burg. Diese Schenkung wiederum verleiht im Jahre 1508 der Graf von Nassau-Saarbrücken an Ulrich und dessen Nachkommen als Erblehen. Damit sind die Ullner von Dieburg recht-mäßige Anteileigner am Schloss Leyen geworden.

1536 heiratet Philippus Ullner von Dieburg Catharina von Venningen, Tochter des Hyppolitus von Venningen. Die Eheleute stellen ihre Wappenschilder nebeneinander. Durch die Eheschließung verschwistern sich beide Wappenmotive und fügen sich zu einem neuen Wappenbild. Das Lilienmotiv prägt das Wappen des Geschlechtes derer von Venningen in der badischen Linie. Der Stammbaum  dieser Familie geht zurück auf Diether von Venningen, Ritter und Kurpfälzischer Hofmarschall.

Am 11. September 1802 erwirbt Johann Peter Diel von Baron Wolfgang Heribert von Dalberg Schloss Layen sowie umliegende Weinberge und Ländereien. Der Tradition der adligen Vorbesitzer folgend küren die Diels den Doppelschild zum Wappen ihres Besitzes auf Burg Layen. In siebter Generation ist das Doppelwappen auch heute noch Garant für Kontinuität im Hause Diel. Es schmückt  im Jubiläumsjahr 2002 Sektflaschen, Sonderabfüllungen und Holzkisten.