Die Familie

 

Als Peter Diel 1802 das Landgut des Barons von Dalberg mit der Burg Layen erwarb, war kaum absehbar, dass daraus eine mehr als zweihundertjährige Erfolgsgeschichte in Sachen Wein werden sollte. Unter der Ägide von Armin Diel und seiner Frau Monika wurde die 25 Hektar umfassende Rebfläche des Gutes konsequent auf Riesling und Burgunder umgestellt. Seit 2006 ist Tochter Caroline, diplomierte Önologin für den technischen Bereich verantwortlich. Im Jahr 2012 wurde sie vom Vater zur Nachfolgerin bestimmt. Im Verkauf erfährt sie Unterstützung durch ihren Mann Sylvain und Bruder Victor, der sich seit Jahren auch um Wichtige Exportmärkte kümmert.

Stammbaum der Familie Diel  


Caroline Diel

Ein Leben für den Wein

 

Caroline Diel wurde am 5. März 1980 in Münster/Westfalen geboren und lebte dann nach dem Umzug der Familie im elterlichen Weingut in Burg Layen. Nach dem Besuch der Grundschule in Rümmelsheim wechselte sie zur Hildegardisschule nach Bingen. Ihr Abitur legte sie auf der Robert-Louis Stevenson School im kalifornischen Pebble Beach ab. Zur Vorbereitung auf eine geplanten Ausbildung zur Hotelkauffrau absolvierte Caroline Diel zunächst Praktika im Hotel Bareiss und bei Johann Lafer, entschied sich dann aber für eine Karriere im Weinbau. Es folgten Praktika in Château Pichon-Lalande in Bordeaux sowie renommierten deutschen Weingütern wie Robert Weil, Toni Jost und Dr. Deinhard. Während ihres Weinbaustudiums in Geisenheim folgten weitere Stationen in Frankreich, im Champagnerhaus Ruinart in Reims und in der Domaine de la Romanée-Conti in Burgund.


Thema ihrer Diplomarbeit, die Caroline im süd-pfälzischen Weingut Rebholz erarbeitete, war die Untersuchung des Einflusses von Maischestandzeiten auf die zu erwartende Weinqualität. Nach einer kurzen Tätigkeit im heimischen Weingut ging Caroline erneut auf Wanderschaft, zunächst ins österreichische Schloss Halbturn am Neusiedlersee, anschließend nach Südafrika zum Weingut Vergelegen und schließlich auf die neuseeländische Südinsel zu Rippon Estate am Lake Wanaka.



 

 

 

 



Im Sommer 2006 kehrte Caroline Diel ins elterliche Weingut nach Burg Layen zurück und verantwortet seitdem gemeinsam mit dem langjährigen Betriebsleiter und Kellermeister Christoph Friedrich den Anbau im Weinberg sowie den Ausbau der Weine im Keller.

Ein Jahr danach wurde Caroline Diel von ihrem Vater als Kommanditistin in die Schlossgut Diel KG berufen. Seitdem führen sie den Betrieb gemeinsam und bauten Schlossgut Diel auf eine Gesamtrebfläche von 25 Hektar aus. Um der Vergrößerung des Betriebes Rechnung zu tragen, wurde im Jahr 2013 ein neues, modern ausgestattetes Kelterhaus in Betrieb genommen.


Caroline Diel ist seit 2008 verheiratet mit dem aus der Nähe von Paris stammenden Sylvain Taurisson. In den Folgejahren freute sich das junge Paar über die Geburt von drei gesunden Kindern: Anouk erblickte im Dezember 2010 das Licht der Welt, im April 2012 folgte Raphael, Ende Juli 2013 komplettierte die kleine Alice das Familienglück.

Die Geschichte der Familie Diel

Das 19. Jahrhundert

Am 11. September 1802 tut Johann Peter Diel den gewaltigen Schritt vom abhängigen Pächter und Verwalter des Freiherrn von Dalberg in die Selbständigkeit. Das erworbene Schlossgut, welches die Diels bereits seit Jahrzehnten gepachtet hatten,  ist - wie in dieser Zeit im Nahegebiet allgemein üblich - ein landwirtschaftlicher Mischbetrieb. Entsprechend der Entwicklung in der Landwirtschaft verlagern die Nachfolger von Johann Peter Diel den Schwerpunkt in der Bewirtschaftung immer stärker auf den Weinbau und damit auf die Ausweitung  der Weinbergsanlagen. Im Zuge dieser Entwicklung stoßen sie die Grundstücke, die für den Weinanbau ungeeignet sind, weitgehend ab und erwerben dafür durch Kauf oder Tausch Weinbergsgelände in den Gemarkungen Dorsheim und Rümmelsheim.

Im Jahr 1811 hinterlässt Johann Peter Diel das Schlossgut vieren seiner dreizehn Kinder in der Form einer Erbengemeinschaft. Die vier Erben sind die drei Söhne Jacob August, Johann, Philipp und die Tochter Agnes. Sohn Johann bezeichnet im eigenen Testament vom 31. Oktober 1865 sein Erbe als „das mir eigenthümlich zugehörige unabgetheilte vierte Theil“. Johann erwähnt auch ausdrücklich die von ihm gemeinsam mit seinem Bruder Philipp gebaute Scheune, die anteilig zu seinem Eigentum gehört. Dies ist eine größere und daher erwähnenswerte Baumaßnahme. Johann, der wie Jacob August kinderlos bleibt, hat ein besonders enges Verhältnis zu seinem Bruder Philipp. Dessen Sohn Johann (II)  wird sein Patenkind und in o.g. Testament zum Haupterben des vierten Anteils an Wohnhaus und weiteren Gebäuden, Hofraum, Garten, Fels und Burg bestimmt. Das restliche Vermögen vermacht Johann den weiteren Kindern seines Bruders Philipp. Johann schließt andere Familienzweige ausdrücklich von seinem Nachlass aus. Jacob August muss wie Johann testiert haben, denn in späterer Zeit beziehen sich die Nachkommen von Philipp Diel (I) bei Übergabe oder in Verträgen auf die Erbansprüche nach Johann und Jacob August.

Philipp I  Diels Söhne Jakob, Joseph und Johann nehmen am Preußisch-österreichischen Krieg von 1866 teil. In einem Feldpostbrief vom 16. August 1866 berichtet der Unteroffizier Jakob Diel (6. Compagnie, 2. Grenadier-Garde-Leibregiment) aus dem böhmischen Chodow seinem Vater Philipp von einem zufälligen Treffen mit Bruder Joseph vor dem Weitermarsch nach Prag.

Am 5. April 1868 übertragen Philipp Diel und seine Ehefrau Sofie in einem komplizierten Rechtsakt ihren Anteil am Schlossgut an ihre Söhne Jakob, Joseph und Philipp (II). Somit sind vier Brüder Diel am Gesamtbesitz beteiligt: Jakob mit 65 %,  Joseph und Philipp II mit jeweils 5 %, seit 1869 Johann II  mit 25 %, dem nach dem Tod seines Patenonkels Johann I dessen vierter Anteil zufällt. Diese letztere Erbübertragung führt zu Streitigkeiten, die noch lange eine endgültige Regelung in der Frage der Betriebsführung vereiteln.

Als Jakob um die Hand seiner späteren Frau Maria Theresia, geb. Marx, anhält, ist er ein wohlhabender Mann. Im Ehevertrag vom 18. August 1884, erstellt von Notar Justizrat Schäfer, Stromberg, wird sein Vermögen genannt: 167.987,- Reichsmark an Anteilen an und Privateinlagen in der „Firma Jakob & Joseph Diel“. In diesem Ehevertrag wird auch festgelegt, dass Maria Theresia im Falle von Jakobs Tod eine Rente von 600 Reichsmark zusteht.


Sie erhält eine Zusatzrente von 600 Reichsmark, falls sie im Witwenstand bleibt; sollte sie jedoch einen Bruder Jakobs als zweiten Ehemann bzw. nach dessen Tod einen weiteren Bruder heiraten, steht ihr diese Zusatzrente weiterhin zu.

Jakob Diel geht, ebenso wie sein Bruder Joseph, häufig auf „Weinreise“, um Kunden zu besuchen. Diese Reisen führen ihn nach Berlin wie auch in fast alle Provinzen des damaligen Preußen: Brandenburg, Pommern, Danzig, Ostpreußen, Rheinland. Aufträge übermittelt Jakob brieflich an seine Ehefrau Maria Theresia. Wie in dieser Zeit üblich redet er seine Gattin mit „Liebe Frau“ an und unterzeichnet seine Briefe mit dem vollen Namen, also mit „Dein Jakob Diel“. Dokumentiert sind Schreiben zwischen 1886 und 1894 mit einer Fülle von Aufträgen für Flaschen- und Fasswein.

Die Jahre 1888 bis 1893 markieren ein „kommunales“ Kapitel in der Geschichte des Schlossgutes. Am 23. Juni 1888 hatte ein „catastrophales“ Unwetter den Diel’schen Hof „etliche Zoll“ überschwemmt  und alle Keller von Jakob und Joseph Diel geflutet. Die Wasser „der Layer Bach“ strömten so heftig, dass die Fundamente des ehemaligen Burgwalls freigespült wurden. Jakob Diel mahnt in Schreiben an Gemeindevertretung, Polizeiverwaltung und Landratsamt (Februar bis Juni 1889), das Gefälle des Baches zu vergrößern. In der Folgezeit baut die Gemeinde eine Mauer „zum Abstützen des Weges“, jedoch ohne das Einverständnis der Grundeigentümer Diel einzuholen. Da eine gütliche Einigung nicht möglich ist, beschreitet Joseph Diel im Namen der Fa. Jakob & Joseph Diel den Klageweg, der die Instanzen bis zum OLG Cöln durchläuft. Die Gemeinde Rümmelsheim geht in Revision, die das Reichsgericht in Leipzig letztinstanzlich zugunsten von Joseph Diel abweist. Joseph, den die Depesche über den erfolgreichen Ausgang des Prozesses auf einer Geschäftsreise in Ludwigslust, Mecklenburg, erreicht, vermerkt handschriftlich auf der Rückseite des Telegramms: „Gott sei Dank! Hebt diese Depesche auf als Andenken für später und um alle die Nutzverwendung daraus zu ziehen. 27.3.1892  Jos. Diel“.   Am 6. März 1893 kommt es schließlich zu einer Vereinbarung mit der Gemeinde, die den ursprünglichen Zustand wiederherstellen und eine ausreichend starke Stützmauer mit aufgesetztem Geländer  am Diel’schen Grundstück entlang bis zu Nachbar Wenz bauen muss.

Finanzmisere in den neunziger Jahren

Andreas Diel, einer der jüngeren Brüder von Jakob I und Joseph, wohnt in dem Gebäude gegenüber dem Schlossgut, heute Weingut Winfried Pieroth. Bei seinem Tod am 8. Juni 1897 hinterlässt er mehr als 54.000,- Reichsmark Schulden als Hypotheken auf Grundstücken und Haus. Jakob und Joseph erkennen frühzeitig, dass diese Hypotheken den Wert von Haus und Grundstücken bei weitem übersteigen. Um die drohende Zwangsversteigerung zu umgehen, ersteht Joseph Diel die Hypotheken von den Gläubigern für insgesamt 58.205,28 Reichsmark, von denen er 27.000,- Reichsmark über die Kreuznacher Volksbank finanziert.  Sein Bruder Jakob beteiligt sich an der Sanierung. Schließlich erwerben Jakob, Joseph und Peter Diel auf der für den 30. Juli 1897 festgelegten Versteigerung in Bad Kreuznach die Grundstücke ihres verstorbenen Bruders Andreas. Zur Finanzierung nehmen wiederum Jakob und Joseph Kredite der Volksbank Kreuznach auf, die durch Hypotheken auf ihre Häuser und Grundstücke gesichert werden.

20. Jahrhundert: Jacob Diels Frühzeit

Volksbank zu Vollstreckungsmaßnahmen greift, wodurch sowohl das Joseph Diel’sche Grundstück und Haus (Nr. 179) wie auch das Jakob Diel’sche Haus (Nr. 180), also das gesamte heutige Schlossgut, vor der Zwangsversteigerung stehen.

In dieser Situation zeigt Maria Theresia, die Witwe von Jakob, Besonnenheit und geschäftlichen Weitblick. Sie gründet im Namen ihrer Kinder die von Joseph Diel getrennte Firma „Jakob Diel Söhne“. Nach langen Verhandlungen erwirkt der mit der Familie Diel befreundete Notar Golling, Stromberg, die Zustimmung des Vormundschaftsgerichtes, dass die Witwe Maria Theresia für ihre unmündigen Kinder einen Betrag von 10.000,- Reichsmark durch eine Schuld- und Bürgschaftserklärung gegenüber der Kreuznacher Volksbank übernimmt (Kreditvertrag vom 9.7.1902). In derselben Urkunde verbürgt sich Joseph Diel für weitere 15.000,- Mark. Die genannten Mitglieder der beiden Familien Diel „verbürgen sich gegenseitig solidarisch für die Erfüllung aller Verbindlichkeiten ...“. Diese Konditionen bringen den finanziellen Spielraum, um die Firmen „Joseph Diel“ und „Jakob Diel Söhne“, in der inzwischen der sechzehnjährige Jacob mitwirkt, weiterführen zu können.

Bereits drei Jahre später belegt ein Anteilschein an der Kreuznacher Volksbank über 1000,- Reichsmark, dass durch kluges Haushalten und eisernes Sparen – wofür Wwe. Jakob Diel wie auch ihr Sohn Jacob bekannt waren und einstanden – Rücklagen gebildet werden. Nach dem Tod von Joseph Diel im Jahre 1912 erwirbt Maria Theresia Grundstück und Haus 179. Über  deren Tochter Sophie II und die Erbengemeinschaft Jacob, Joseph und Philipp Diel (ab 1937) geht auch dieser Besitz Mitte der sechziger Jahre in das Eigentum von Jacob Diel über.


Die Nachricht vom Tod des Vaters erreicht den 12jährigen Jacob in Hannover, wo er das Gymnasium besucht. Nach vier weiteren Schuljahren ruft ihn seine Mutter Maria Theresia zurück nach Burg Layen, da  seine Mitarbeit im Betrieb unumgänglich ist; einerseits um die o.g. finanzielle Misere meistern zu können, andererseits um seinen jüngeren Brüdern Andreas, Joseph und Philipp eine Ausbildung zu ermöglichen. Rasch macht sich der 16jährige Jacob mit den erforderlichen Aufgaben in Landwirtschaft, Weinbau und Kellertechnik vertraut, beraten vom Faktotum Heinrich Müller aus Rümmelsheim. 1905 wird Jacob neben seiner Mutter zweiter Geschäftsführer der Fa. Jakob Diel Söhne. Er übernimmt auch die von seinem Vater und seinem Onkel Joseph geübte Praxis der Weinreisen in die preußischen Provinzen.

Zu Beginn des 1. Weltkrieges wird er Soldat. Beim Einsatz an der Westfront wird er mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Bereits während des Einsatzes und seiner Ausbildung zum “Offiziers-Stellvertreter“ 1917 in Hagenau/Elsaß interessiert Jacob sich lebhaft für allgemeinpolitische Fragen und die besonderen Probleme seines Berufsstandes. Bis Ende des Krieges hat er es zusammen mit seiner Mutter geschafft, alle Schulden zu tilgen. Darüber hinaus finanzieren sie seinen Brüdern Joseph und Philipp – Andreas war bereits 1914 verstorben – eine Ausbildung bzw. ein Studium. Im November 1918 Anteile an der oHG. Jacob Diel wird Alleineigentümer des Wohnhauses Nr. 180, Maria Theresia behält das Haus Nr. 179, das sie 1912 nach dem Tod von Joseph Diel (I) erworben hatte.

Diese Frühphase hat Jacob wohl hart gemacht; eine Härte, unter der seine Geschwister und Kinder nicht wenig zu leiden hatten. Dabei war er hoch begabt. Von brennendem Ehrgeiz erfüllt, nutzte er in seiner knapp bemessenen Freizeit jedes, auch das kleinste Bildungsangebot.  Sein Leben lang arbeitete Jacob daran, Bildungsdefizite durch Selbststudium zu ergänzen, da es ihm nicht vergönnt war, das Abitur abzulegen und ein Studium zu absolvieren. Bereits in jungen Jahren begann er damit, sich eine umfangreiche Bibliothek zuzulegen. Deutsche Klassiker und Historiker sind seine meistgelesenen Autoren. Er spielte gut und gern Klavier – ohne jemals Unterricht gehabt zu haben. Er nahm sich die Noten und Lehrbücher seiner älteren  Schwester Sophie und brachte sich das Klavierspielen selber bei. Jacob war ein äußerst begabter Schachspieler. Wenn kein Gegenspieler zur Verfügung steht, spielte er gegen sich selbst. Als junger Mann ging er auch gern in die Dorfwirtschaft, um dort mit Nachbarn Skat zu spielen. Auch dieses Spiel beherrschte er meisterhaft.  Jacob hatte immer ein großes Interesse für juristische Zusammenhänge. Auf diesem Gebiet lernte er viel von dem Notar Golling aus Stromberg, der mit der Familie Diel freundschaftlich verbunden war.


Seine große Leidenschaft galt indes der Politik Bereits Ende des 1. Weltkrieges ist Jacob Diel Mitglied der Deutschen Zentrumspartei. Diese Partei des politischen Katholizismus nennt sich nach ihren Plätzen in der Mitte des Sitzungssaales „Zentrum“. Im Rahmen der Weimarer Koalition beteiligt sich das Zentrum seit 1919 maßgeblich an der Verabschiedung der Weimarer Reichsverfassung. 1919 tritt Jacob als Mitglied des Kreistages in das öffentliche Leben ein. Er ist gerade 32 Jahre alt. Ab Beginn seiner politischen Tätigkeit ist er in seiner berufsständischen Vertretung, dem Trierer Bauernverein, als Vizepräsident von Trier und Bezirksvorsitzender in Koblenz engagiert.

Um seinem Berufsstand der Bauern und Winzer zu dienen, wird Jacob Diel 1921 als Kandidat des Zentrums im Kreis Kreuznach in den Preußischen Landtag gewählt. Seinen Fähigkeiten entsprechend wird er in den Fraktionsvorstand gewählt; zusätzlich wird er Stellvertretender Vorsitzender des Agrarpolitischen Ausschusses und Mitglied des Finanz- und Verkehrsausschusses. Damit hat Jacob Diel engsten Kontakt zur politischen Elite, denn das politische Gewicht des Preußischen Landtags als Volksvertretung des größten deutschen Reichslandes ist erheblich. Die Reichshauptstadt Berlin wird zum Mittelpunkt seiner politischen Verpflichtungen. Dort lernt er auch seine zukünftige Frau Frieda Ella, geb. Walter kennen. Die Hochzeit findet am 12. März 1923 statt.


Nahtlos erfolgt seine Wiederwahl in den Jahren 1924, 1928 und 1932. Ab 1927 nimmt er sich intensiv zweier Probleme an, die in seinem Heimatbezirk Bauern und Winzer besonders belasten. Er fördert den Aufbau von Rebengenossenschaften, deren Aufgabe es ist, die durch die Reblaus vernichteten Weinbergsflächen mit Pfropfreben zu bestücken. Dies soll genossenschaftlich nach einem vorgegebenen Plan geschehen unter Verwendung der nach dem Reblaus-Gesetz den Winzern zufließenden Entschädigungsgelder. Bei den Pfropfreben handelt es sich um Reblaus-resistente „Amerikanerunterlagen“, auf die deutsche Edelreiser aufgepfropft werden. Für die Nahe-Region werden die amerikanischen Unterlagssorten 5BB, SO4 und 5C verwendet. Für diese Unterlagen wird in der Lage Hauling ein Rebmuttergarten, auch Schnittgarten genannt, angelegt.